Abmahnung Blog – Wie schützt man sich?

Abmahung Blog - Wie man sich vor einer Abmahnung schützt

Abmahnanwälte stürzen sich schon lange nicht mehr nur auf die Größen. Sie verdienen über die Masse ihr Geld. Ich würde diesen Artikel nicht schreiben, wenn ich nicht selbst mit einem meiner Blogs bereits abgemahnt worden wäre. Diesen Artikel möchte ich zum Anlass nehmen um einerseits darauf hinzuweisen, welche Maßnahmen Sie ergreifen können um eine Abmahnung nahezu auszuschließen, andererseits auch zeigen, wie Sie im Falle einer Abmahnung reagieren sollten. Letzteres, kann in jeglicher Sicht einer Abmahnung praktiziert werden.

Häufig schiebt man die Kleinigkeiten vor sich her um seinen Weblog rechtssicher aufzubauen, da dies mitunter bedeutet über einzelne Artikel zu gehen und die dort getätigten Angaben auf den Prüfstand zu stellen.

Vorweg – ich bin kein Anwalt und habe auch kein vergleichbares Studium belegt. Meine Angaben basieren auf der eigenen Erfahrung sowie auf Artikeln, welche ich gelesen habe.

Was kann ich tun um meinen Blog vor Abmahnungen zu schützen?

Ob der Blog nun selbst gehostet wird oder Sie die Plattform eines Blogproviders, wie WordPress.com, Blogger.de nutzen ist prinzipiell egal – Sie sind dazu angehalten ihren Blog auch rechtssicher aufzubauen. Hierzu zählt neben einem gültigen Impressum, welches alle dafür erforderlichen Angaben enthält, Quellangaben beim zitieren anderer Autoren, dem Verweis von Bildquellen auch der Netiquette.

Abmahnung fehlendes, unvollständiges Impressum – Blog

Widmen wir uns zunächst dem Impressum. Dies ist Bestandteil einer jeden Website und sollte, gut sichtbar verlinkt, von jeder Seite aus erreichbar sein. Auch wenn Sie ihr Weblog lediglich privat und ohne Einblendung von Werbeanzeigen betreiben, sollte Ihr Impressum alle dafür relevanten Angaben beinhalten. Um Ihnen die Arbeit, aber auch die Recherche nach dem richtigen Impressum zu erleichtern, können Sie den Impressum-Generator von e-recht24 benutzen , der Ihnen zeigt, welche Angaben für Das Betreiben ihres Weblogs erforderlich sind.

Beachten Sie, dass man sich im deutschen Rechtssystem niemals auf der sicheren Seite befindet. Überprüfen Sie deshalb in regelmäßigen Abständen, ob die Angaben ihres Impressum noch Gültigkeit besitzen oder Sie dies modifizieren müssen. Setzten Sie sich einen Reminder in ihrem Kalender, der Sie einmal im Monat daran erinnert.

Abmahnung von Bildern im Blog

Lassen Sie die Finger von Bildern aus dem Netz. Das billigste Bild wurde mir zum Verhängnis. Meine Faulheit hat mich damals dazu getrieben, dass ich anstatt die Digitalkamera zu benutzen, mich der Google-Bildersuche bediente und mit ein schäbiges Bild herausgesucht habe. 6 Monate darauf fand ich ein Schreiben einer bekannten Abmahn-Kanzlei (ähm Anwaltskanzlei) in meinem Briefkasten. Forderung lag bei knapp 900 Euro.

Abmahnung wegen Akismet Plugin

Vorsicht bei der Nutzung des Antispam Plugins Akismet für WordPress. Das Akismet Plugin prüft Kommentare auf SPAM. Dies geschieht durch Abgleich der Daten auf US-Servern. Da dies eine Art Blackbox darstellt und keiner so wirklich weiß was mit diesen Daten sonst noch getan wird, besteht hier die Gefahr aufgrund des Plugins abgemahnt zu werden. Wirklich darauf ankommen lassen möchte man es dann doch nicht.

Meine Empfehlung:

Nutzen Sie für WordPress das Antispam Plugin Antispam Bee von Sergej Müller.

Google Analytics und Abmahnung

Webanalyse/ Webstatistik ist für jeden Webseitenbetreiber extrem wichtig – auch für den Blogger. Viele Blogger und Webseitenbetreiber setzen hierbei auf Google Analytics, da dies weit verbreitet ist und extrem viel Möglichkeiten bietet. Dennoch werden Daten der Besucher zur Analyse nicht lokal, sondern bei Google gespeichert. Was mit diesen Daten geschieht, in welcher Form diese Informationen noch eingesetzt werden ist nicht wirklich transparent.

Verwenden Sie Google Analytics, sollten Sie dies in Ihrer Datenschutzerklärung entsprechend aufführen. Fügen Sie hierzu den Auszug aus den Google Datenschutzbestimmungen (Ziffer 8.1) auf Ihrer Website hinzu.

„Diese Website benutzt Google Analytics, einen Webanalysedienst der Google Inc. („Google“). Google Analytics verwendet sog. „Cookies“, Textdateien, die auf Ihrem Computer gespeichert werden und die eine Analyse der Benutzung der Website durch Sie ermöglichen. Die durch den Cookie erzeugten Informationen über Ihre Benutzung dieser Website werden in der Regel an einen Server von Google in den USA übertragen und dort gespeichert. Im Falle der Aktivierung der IP-Anonymisierung auf dieser Webseite, wird Ihre IP-Adresse von Google jedoch innerhalb von Mitgliedstaaten der Europäischen Union oder in anderen Vertragsstaaten des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum zuvor gekürzt. Nur in Ausnahmefällen wird die volle IP-Adresse an einen Server von Google in den USA übertragen und dort gekürzt. Im Auftrag des Betreibers dieser Website wird Google diese Informationen benutzen, um Ihre Nutzung der Website auszuwerten, um Reports über die Websiteaktivitäten zusammenzustellen und um weitere mit der Websitenutzung und der Internetnutzung verbundene Dienstleistungen gegenüber dem Websitebetreiber zu erbringenDie im Rahmen von Google Analytics von Ihrem Browser übermittelte IP-Adresse wird nicht mit anderen Daten von Google zusammengeführt. Sie können die Speicherung der Cookies durch eine entsprechende Einstellung Ihrer Browser-Software verhindern; wir weisen Sie jedoch darauf hin, dass Sie in diesem Fall gegebenenfalls nicht sämtliche Funktionen dieser Website vollumfänglich werden nutzen können. Sie können darüber hinaus die Erfassung der durch das Cookie erzeugten und auf Ihre Nutzung der Website bezogenen Daten (inkl. Ihrer IP-Adresse) an Google sowie die Verarbeitung dieser Daten durch Google verhindern, indem sie das unter dem folgenden Link verfügbare Browser-Plugin herunterladen und installieren [Link hier einfügen. Der aktuelle Link ist http://tools.google.com/dlpage/gaoptout?hl=de].“

Natürlich können Sie sich auch für ein anderes Analysetool entscheiden. Ich nutze Piwik, eine Open Source Web Analyse.

Social Media Buttons – Facebook, Twitter, Google Plus

Auch die Verwendung von Social Media Buttons, ob Facebook Like, Share, Twitter, Google Plus Buttons können Ziele von Abmahnanwälten werden. Denn häufig ist man in Facebook eingeloggt und hinterlässt bereits mit dem blosen Aufruf einer Website, eines Blogs Spuren, welche diese Anbieter registrieren. Um dies zu umgehen gibt es mittlerweile Double Opt-In Plugins für WordPress. Dadurch wird sichergestellt, dass der Leser/ Anwender über die Nutzung des Buttons zuvor informiert wird.

Was tun bei einer Abmahung?

Nicht reagieren ist mitunter das Schlimmste was man tun kann. Unterlassungserklärung unterschreiben und einfach bezahlen ist das Zweitschlimmste was man tun kann! Den dritten Fehler den Sie begehen können ist den Preis bei den Abmahnanwälten zu drücken. Hier bekommen Sie 100 bis 200 Euro nachgelassen. Mehr aber nicht! Nehmen Sie sich einen Anwalt! Einen Anwalt, der sich auf solche Fälle spezialisiert hat. Lassen Sie diesem alle relevanten Unterlagen zukommen. In der Regel werden Sie nicht mehr als diese Anwaltskosten bezahlen, sowie eine durch den Anwalt modifizierte Unterlassungserklärung unterschreiben. Die Kosten für den Anwalt liegen meist zwischen 150 – 250 EUR + gesetzlicher MwSt.

Nutzen Sie die Google Suche um nach einem geeigneten Anwalt zu suchen.

Das Bild sollten Sie natürlich sofort vom Server löschen! In diesem Zusammenhang sollten Sie sich gleich alle publizierten Bilder vornehmen. Nur weil dieses Bild evtl. auch in anderen Blogs Verwendung findet, bedeutet das noch lange nicht, dass dieses Bild zur kostenlosen Nutzung zur Verfügung steht. Es gibt sogar Personen/Webseiten, deren Namen/Domain ich hier nicht nennen mag, die Ihre Bilder so gut in der Bildersuche positionieren, um eine Abmahnung zu erwirklen.

Nutzen Sie ihre eigene Digitalkamera und stellen Sie ihre eigenen Bilder online. Machen Sie aber bitte darauf kein Geschäft, in dem Sie selbst Abmahnanwälte beauftragen, sondern stellen Sie diese Bilder zur kostenlosen Nutzung bereit. So schlagen Sie 2 Fliegen mit einer Klappe.

  1. Sie wissen, dass Sie durch Ihr Bildmaterial nicht abgemahnt werden können, da die Bildrechte bei Ihnen liegen.
  2. Andere Besucher nutzen Ihre Bilder, verlinken auf Ihre Webseite (Bildquelle) und Sie erreichen dadurch eine besere Reichweite.
  3. Weniger Abmahnungen, da deutlich mehr kostenlose Bilder/Grafiken im Netz angeboten werden.
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Vor 20 Jahren habe ich meine erste Internetseite erstellt. Seit über 10 Jahren blogge ich nun auf diversen Blogs mit WordPress. Auf WP-Magazine veröffentliche ich in unregelmäßigen Abständen Artikel mit Tipps, die sicherlich auch dein Interesse wecken.

2 KOMMENTARE

  1. Vielen Dank erstmal für den interessanten und wichtigen Beitrag!

    Zur Thematik „Akismet“… Sind Ihnen bereits Fälle bekannt, dass Akismet zu Abmahnung geführt hat, oder ist das mehr ein „Lass es einfach bleiben“-Tipp?

    Beste Grüße
    Sebastian

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